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Anatomie

Künstler auf Visite

23.05. - 21.06.2002

Stefanie Hoppe

Nur Mund, Video/Klanginstallation, 2002





Der orale Raum der Mundhöhle gehört den Intimbereichen des Menschen an. Lippen und Zähne schirmen diesen Innenraum gegen ein Außen ab, ermöglichen aber auch ein Öffnen des Intimraumes, in dem sich wesentliche sinnliche Aspekte der leiblichen Wahrnehmung versammeln. Auch die Spracherzeugung, als Medium der Kommunikation auf der Basis eines lautbildenden Vermögens, als menschliche Fähigkeit, dialogisch das Innere nach Außen zu transportieren, ist im oralen Raum beheimatet.






Auf diese Ambivalenz des Mundraumes nimmt Stefanie Hoppe in ihrer Arbeit Bezug. Auf zwei Monitoren erscheint, isoliert vom übrigen Gesichtsfeld, jeweils eine Mundpartie in extremer Nahsicht. Die Lippen öffnen und schließen sich, bilden mit der körpereigenen Speichelflüssigkeit Blasen, an deren Membran sich die Außenwelt spiegelt. Durch die transparente Membran wird der intime Raum der Mundhöhle vom Außen abgeschlossen. Gleichzeitig durchdringen sich Innen und Außen in der Spiegelung an der ästhetischen Grenze der Blasenmembran.
 
Die Projektion des Außen setzt Glanzlichter auf die Membran, die umherhuschen, lebendig an die Lippen springen und von dort aus wieder in die der geöffneten Mundhöhle vorgelegte Sphäre zurückprallen. Somit zentriert sich eine Außenwelt innerhalb der geöffneten Lippen.





Indem die Lautschwingung auf der sensiblen Membran visualisiert wird, ist die vibrierende Membranoberfläche ist hier als Metapher der Klangbildung in Analogie zur Schwingung der Stimmbänder wirksam.
 
Das "stumme" optische Motiv wird begleitet von elektronisch bearbeiteten Stimmklängen, die mit der Bewegung der Blasenmembran korrespondieren und vom Besucher über Kopfhörer wahrgenommen werden. So tritt zur Visualisierung auch die akustische Präsenz des klanglichen Potentials des oralen Raumes.
 

 

Andreas Bayer


Photos : Wolfgang Klaucke


Keplerstrasse 3-5   66117 Saarbrücken

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